Diebstahl aus dem Stiegenhaus: Zahlt die Versicherung?

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Die dreckigen Schuhe kurz vor der Wohnungstüre stehen lassen, das Fahrrad nur wenige Minuten nicht abgesperrt im Stiegenhaus angelehnt und schon ist es passiert: Die Sachen sind weg. Diebstähle passieren schneller als man denkt, auch im Wohnhaus! Umfrageergebnisse zeigen, dass die meisten Fahrräder in Wohngebäuden gestohlen werden. In welchen Fällen die Versicherung den Schaden übernimmt und welche Voraussetzungen dafür erfüllt werden müssen, haben wir für Sie zusammengefasst.

Man könnte annehmen, als Miethausbewohner ist das eigene Hab und Gut im Stiegenhaus ziemlich sicher. Doch für Diebe ist es erstaunlich einfach, unbemerkt in Stiegenhäuser von Mehrparteienhäusern zu gelangen. Zudem gibt es einen Zentralschlüssel, häufig Z-Schlüssel (oder Postlerschlüssel) genannt, der quasi jedermann den Zutritt ins Stiegenhaus vieler Miethäuser eröffnet – vor allem in Wien. Der Schlüssel kann seit mehr als 10 Jahren von Privatpersonen legal erworben werden, da der patentrechtliche Schutz abgelaufen ist. Lediglich 10-15 € bezahlt man für eine Kopie des Schlüssels.
Achtung: Das Betreten fremder Häuser ist jedenfalls nicht legal, hier droht eine Besitzstörungsklage.

Gerät der Schlüssel in die falschen Hände, können im Stiegenhaus befindliche Fahrräder und Kinderwägen schnell den „Besitzer“ wechseln. Steht das Fahrrad oder der Kinderwagen auf einer gemeinschaftlich genutzten Fläche, wie beispielsweise Fahrradraum oder Stiegenhaus des Wohnhauses, zahlt die Haushaltsversicherung nur, wenn Sperrvorrichtungen aufgebrochen wurden und es auch eindeutige Auf- bzw. Einbruchsspuren gibt. Mehr dazu finden Sie im Beitrag „Fahrraddiebstahl: Schutz aus der Haushaltsversicherung“.

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Die Sicherung dieser Spuren übernimmt die Polizei. Es muss also unverzüglich Anzeige erstattet werden, denn bei verspäteter Anzeige kann die Versicherung die Zahlung verweigern. Anhand des Polizeiberichts kann das Geschehen nachvollzogen werden.

Gut zu wissen: Einbruch vs. Diebstahl

Die Versicherungsunternehmen differenzieren zwischen Einbruchdiebstahl und „einfachem“ Diebstahl. Während bei einem Einbruchdiebstahl Schlösser gewaltsam geöffnet oder Türen eingedrückt oder aufgebrochen werden, tritt der Täter bei einem einfachen Diebstahl ungehindert in die versicherten Räumlichkeiten ein.

Grundsätzlich werden in Haushaltsversicherungen nur Einbruchdiebstähle gedeckt. Einfache Diebstähle werden kaum versichert. Im LAMIE Blog erfahren Sie auch, welche Voraussetzungen sonst noch erfüllt werden müssen, damit die Versicherung bei Einbruch zahlt.

Fazit

Für im Wohnhaus geparkte Räder und Kinderwägen gilt also: Stehen sie im Treppenhaus oder Fahrradkeller, immer mit einem hochwertigen Schloss versperren! Diese Regelung gilt jedoch nicht nur für Fahrräder und Kinderwägen, sondern für jeglichen Hausrat! Das heißt, auch Schuhe im Stiegenhaus vor der Wohnungstüre und Wäsche, die im Innenhof auf einer Wäscheleine zum Trocknen hängt, sind in der Regel nicht versichert – es sei denn, sie sind eigens abgesperrt.

Wir freuen uns wie immer auf Ihre Erfahrungen und Fragen zum Thema Diebstahl und Einbruch und empfehlen Ihnen unseren Artikel zum Thema „No-Gos in Sachen Einbruchschutz“.

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