KFZ-Versicherung: 7 Spartipps für junge Autofahrer

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Der Führerschein und das erste eigene Auto ist für viele junge Menschen das Nonplusultra. Endlich unabhängig und frei – bis dann die Autoversicherung abgeschlossen werden soll. Viele Versicherungsunternehmen stehen jungen Autofahrern und Fahranfängern etwas weniger freundlich gegenüber, als erfahrenen Fahrern. Teilweise verständlich, denn immerhin passieren statistisch gesehen in der Altersgruppe der unter 23-jährigen die meisten Unfälle. Mangelnde Fahrpraxis, Selbstüberschätzung, Alkohol und vor allem überhöhte Geschwindigkeit führen bei vielen jungen Lenkern dazu, dass sie in den ersten Jahren einen Schaden verursachen. Keine Überraschung also, dass vor allem Fahranfänger von den Versicherungen ziemlich zur Kasse gebeten werden. Ein paar Tipps und Tricks gibt es aber doch, um bei der KFZ-Versicherung zu sparen. Wir haben diese für Sie zusammengefasst:

1. Prämienreduktion durch Telematik Tarife

Neue Technologien machen auch vor der Versicherungsbranche keinen Halt und so haben einige Versicherer Konzepte entwickelt, die es ermöglichen, die Prämie individuell nach dem Fahrverhalten des Versicherungsnehmers einzuschätzen. Dies gelingt durch Einsatz von On-board GPS Trackern oder auch simpler – mittels einer App, die Geschwindigkeiten, gefahrene Kilometer und das Bremsverhalten misst und anschließend auswertet. Stellt sich der Versicherungsnehmer hier als vorausschauender und sicherer Fahrer heraus, wird er durch eine günstigere, als die Durchschnittsprämie, belohnt. Laut aktuellen Konzepten können sich KFZ-Haftpflichtversicherer für die Zukunft z.B. auch App Features vorstellen, die den Versicherungsnehmer belohnen, der bei Glatteis auf sein Auto verzichtet und den Öffentlichen Verkehrsmitteln den Vorzug gibt.

Derartige Lösungen gibt es bereits, wie z.B. Allianz Bonus Drive, Uniqa „SafeLine“, Allianz „Telematik“ uvm.

2. Bonus-Malus-Stufe übertragen

Eine weitere Möglichkeit ist die Übertragung der Bonus-Malus-Stufe. Melden Oma und Opa ihr Auto nach jahrelanger Unfallfreiheit ab, können sie die erworbene Einstufung an bestimmte nahe Angehörige weitergeben. So kann sich das Enkerl über eine tolle Bonus-Malus-Einstufung freuen, bevor die Einstufung ungenützt verfällt. Möglich ist die Weitergabe an nahe Angehörige, wie z.B. Ehegatten, Verwandte in auf- und absteigender Linie, aber auch Pflegekinder, Pflegeeltern und Lebensgefährten können von der Weitergabe profitieren.

3. Automodell beachten (weniger PS)

Dass Fahranfänger höchstwahrscheinlich nicht mit Porsche, Ferrari und Co um die Ecke kommen, versteht sich von selbst. Doch auch der leistungsstarke Golf kann teuer kommen. Die motorbezogene Versicherungssteuer ist grundsätzlich für alle Fahrzeuge zu entrichten, egal ob Motorrad, Auto oder LKW. Für Fahrzeuge unter 3,5 Tonnen wird die Steuer von der Versicherung eingehoben, welcher sie dann wiederrum an das Finanzamt weiterleitet. Die Höhe der Steuer hängt bei Autos von der Motorleistung ab. Das bedeutet je stärker das Fahrzeug, umso teurer die motorbezogene Versicherungssteuer. Deswegen kann man mit einem Kleinwagen deutlich sparen; während die Steuer bei einem Fahrzeug mit 110 PS mit 424 € zu Buche schlägt, sind bei 67 PS nur noch 186 € fällig.

Eine anschauliche Darstellung wie sich die motorbezogene Versicherungssteuer errechnen lässt bzw. wie sie sich im Einzelnen zusammensetzt, findet sich auf der Homepage des Bundesministeriums für Finanzen.

4. Versicherungsumfang begrenzen

Je nach Fahrzeug sollte man sich überlegen, welche Versicherung notwendig ist. Für einen Neuwagen wird eine Vollkaskoversicherung sinnvoll sein, für Gebrauchtwagen reicht häufig eine Teilkasko oder nur die gesetzlich vorgeschriebene Haftpflichtversicherung. Grundsätzlich gilt es, den Zeitwert des Fahrzeugs zu beachten! Ist dieser noch recht hoch, lohnt sich eine Vollkasko, ist der Zeitwert jedoch zum Beispiel unter 1.500 €, reicht ein Haftpflichtversicherung aus.

Wichtig: Ein Selbstbehalt senkt die Prämie! Hier sollte man aber jedenfalls beachten, dass der Selbstbehalt nach oben begrenzt ist. Proportionale Selbstbehalte ohne Deckelung sollten unbedingt vermieden werden! Liegt der Selbstbehalt hier bei 5% des Schadens, kommt man bei kleineren Schäden günstig weg. Ein Totalschaden lässt den Selbstbehalt aber unkontrolliert in die Höhe schnellen, wenn keine Höchstgrenze ausgemacht wurde.

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5. Rabatte nutzen

Viele Versicherer gewähren Kunden auch spezielle Rabatte. Dabei lohnt es sich, die einzelnen Anbieter auf Rabatte zu durchforsten. Beispielsweise bieten manche Versicherungen Besitzern einer Jahreskarte für den öffentlichen Nahverkehr einen zusätzlichen Rabatt. Auch bestimmte Berufsgruppen, wie beispielsweise Angestellte des öffentlichen Dienstes können bei der KFZ-Versicherung sparen. Fahrzeuge, die nachts am Wohnort in einer versperrbaren Garage abgestellt werden, können bei der Kaskoversicherung Rabatte einheimsen.

LAMIE-TIPP Auch die Festlegung des Zahlungszeitraums kann bares Geld sparen. Das Finanzamt verrechnet für die motorbezogene Steuer einen Zuschlag von bis zu 10%, wenn die Versicherungsprämie halbjährlich, vierteljährlich oder monatlich bezahlt wird. Auch die Versicherungsunternehmen selbst berechnen meist einen Zuschlag bei unterjähriger Zahlung. Bezahlt man seine KFZ-Versicherung jährlich, fällt der Unterjährigkeitszuschlag weg! Die jährliche Zahlungsweise ist daher immer die Günstigste.

6. Nicht jeden Schaden der Versicherung melden

Ein Kratzer am Auto oder ein beschädigter Kotflügel – gerade bei unerfahrenen Fahrer passieren des Öfteren kleinere Schäden beim Aus- oder Einparken, in Garagen oder auf Parkplätzen. Bei der KFZ-Haftpflichtversicherung lohnt es sich eventuell, für kleinere Schäden selbst aufzukommen. Nach der Versicherungsleistung kommt man nämlich in eine höhere Bonus-Malus-Stufe und muss folgend auch eine höhere Prämie bezahlen. Im Einzelfall sollten Sie also prüfen, ob es sich auszahlt, die Reparatur von der Versicherung bezahlen zu lassen. Sind die Reparaturkosten geringer als die Summe des monatlichen Prämienaufschlags, wäre eher davon abzuraten.

7. Vergleichsrechner KFZ-Versicherung

Um das bestmögliche Angebot zu finden, sollte man möglichst viele Tarife vergleichen. Am einfachsten funktioniert das mit Hilfe diverser Internetportale. Man muss nur die Daten seines Fahrzeuges und persönliche Daten angeben und der Rechner präsentiert die günstigsten Versicherungen. Dabei sollte aber immer auf das Preis-/Leistungsverhältnis geachtet werden! Es lohnt sich möglicherweise danach bei den Versicherungen direkt anzufragen, um sich über zusätzliche Rabattangebote zu erkundigen.

Passend zum Thema empfehlen wir gerade den jungen Autofahrern auch unseren Artikel über die häufigsten Irrtümer im Verkehr und bei der KFZ-Versicherung. Fragen und Erfahrungen zum Thema sind wie immer herzlich willkommen. Wir freuen uns auf Ihre Kommentare!

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