Was Garten-Fans wissen sollten: Tipps, Rechtliches und Versicherungen

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Der eigene Garten ist für viele eine Wohlfühloase und wichtiger Familientreffpunkt. Je nach Gestaltung ist damit mehr oder weniger Arbeit verbunden. Wir haben ein paar wichtige allgemeine und (versicherungs-)rechtliche Tipps, die für fast alle Gärten relevant sind und auch die Anforderungen gegenüber Nachbarn betreffen. 

Gartenkalender erstellen

Je nach Jahreszeit gibt es unterschiedliche Arbeiten im Garten zu erledigen – sogar im Jänner oder Februar. Vom Start in die Gartensaison bis zur Nachpflege – der Gartenkalender zeigt Ihnen, welche Gartenarbeiten in den verschiedenen Monaten sinnvoll sind. Erstellen Sie sich mit dessen Hilfe Ihren eigenen, individuellen Gartenkalender.

Richtig bewässern

Wässern Sie Ihren Garten am besten morgens oder abends, wobei abends der Boden länger feucht bleibt und dadurch Schnecken oder Pilze angezogen werden. In der heißen Mittagssonne hat dies wenig Sinn, da das Wasser viel zu schnell wieder verdunstet. In der Regel gibt die Laubgröße einen Hinweis auf den jeweiligen „Durst“ der Pflanze an. Je größer die Blätter, desto mehr Wasser benötigt die Pflanze in der Regel. Achtung: Die meisten Pflanzenschäden entstehen durch zu häufiges Gießen, denn dies kann zu Schädlingsbefall und Krankheiten führen.

Rasenpflege und Rasenmähen

Wenn das Gras Wasser benötigt, schimmert es leicht blaugrau und die älteren Grashalme beginnen zu welken oder sich zu kräuseln. Im Hochsommer sollten Sie das Gras etwas länger lassen, damit der Rasen Trockenperioden besser übersteht. Durch das Schneiden verliert das Gras an Nährstoffen, die dem Rasen wieder zugeführt werden müssen, etwa durch Düngen (ca. alle 4 Wochen).
Achtung: Nicht zu jeder Tageszeit ist Rasenmähen erwünscht bzw. erlaubt. Das hängt von den Rasenmähzeiten der jeweiligen Gemeinde ab.

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Rasen sollte man ausschließlich in etwas größeren Gärten anlegen. Wenn man nur kleine Flächen mit Wiese hat, wird nur selten ein guter Effekt damit erzielt. Legen Sie kleine Gärten besser als sogenannte Cottage-Gärten an, indem Sie Obst, Gemüse und Kräuter aufziehen, mit denen Sie auch Ihre Gerichte für die nächste Grillparty verfeinern können.

Neue Pflanzen setzen

Bei Pflanzungen ist auch auf den Wald-, Flur-, Feld-, Ortsbild-, Natur- und Baumschutz zu achten. Deshalb sollte man sich, bevor man Pflanzen setzt, am besten vorher bei der Gemeinde informieren (sogenannte ortspolizeiliche Verordnungen können hier Vorschriften enthalten). Außerdem sollte man bei jeglicher Gestaltung der eigenen Gartenoase immer darauf achten, dass die Einwirkungen auf den Nachbarn durch Abwasser, Rauch, Gase, Wärme, Geruch, Geräutsch etc. das ortsübliche Ausmaß nicht überschreiten. Sprich, Ihr kreatives Schaffen sollte für Ihre Nachbarn noch zumutbar sein.

Zäune und Pflanzen an der Grundstücksgrenze

Grundsätzlich können Sie auf Ihrem Grundstück einen Zaun errichten um Ihr Eigentum vom Nachbarsgrundstück abzugrenzen. Wenn Sie einen Zaun direkt an der Grundstücksgrenze, sozusagen den Zaun gemeinsam mit Ihrem Nachbarn errichten wollen, brauchen Sie dazu natürlich dessen Einverständnis. Das Gleiche gilt für pflanzlichen Sichtschutz. In solchen Fällen bestehen jeweils bis zur Hälfte ein Nutzungsrecht und die Verpflichtung, anteilsmäßig zur Erhaltung beizutragen.

Achtung: Die erlaubte Höhe von solchen Einfriedungen ist allerdings Ländersache. Je nach Bauordnung des jeweiligen Bundeslandes, darf oft eine gewisse Höhe (2 m über dem Erdboden in OÖ) nicht überschritten werden. Außerdem gibt es das sogenannte „Recht auf Licht“. Wenn es zu einer unzumutbaren Beeinträchtigung der Benutzung des Grundstückes kommt, bietet das Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch Abhilfemöglichkeiten, wobei die Hürden hier sehr hoch sind.

Die Art Ihres Zaunes und der Pflanzen auf Ihrem Grundstück können Sie, außer in vereinzelten Gemeinden, grundsätzlich frei wählen. Der Nachbar hat aber das Recht, auf seinem Grundstück hinüberwachsende Pflanzen, Äste und Wurzeln abzuschneiden (=Überhangsrecht). Bezahlen und entsorgen muss er dies dann aber grundsätzlich selbst. Außerdem sollte die Pflanze dabei möglichst geschont werden. Falls das Abschneiden jedoch bei drohender Gefahr notwendig wird (z.B. durch morsche Äste), hat der Baumeigentümer die Hälfte der Kosten zu tragen. Der Nachbar darf auch Früchte von jenen Ästen pflücken, die sich über seinem Boden befinden. Dies gilt jedoch nicht, wenn durch eine Windböe Früchte von einem (nicht überhängenden) Ast über den Zaun geweht werden.

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Achtung Kletterpflanzen: Anders sieht die Sache bei Kletterpflanzen aus. Wer diese auf fremden Mauern klettern lässt, setzt eine Besitzstörung. Außerdem kann der Nachbar Schadenersatz fordern, wenn die Mauer dadurch beschädigt wird.

Achtung vor übermäßiger Gartenbepflanzung

Hobbygärtner hören das wahrscheinlich nicht gerne, aber Bäume, Sträucher und Büsche bieten gute Versteckmöglichkeiten und dienen als Sichtschutz für Einbrecher. Hecken sollten also eine gewisse Höhe nicht überschreiten. Zäune dagegen können schwerer überwunden werden und bieten weniger Sichtschutz. Bäume in der Nähe des Hauses sind außerdem gute Klettermöglichkeiten für Langfinger. Was aber von Vorteil ist, sind stachelige Sträucher unter dem Fenster. Sie knicken leicht und rascheln.

Tiere im Garten

Wer Bio-Eier aus dem eigenen Garten haben möchte, sollte sich vielleicht nicht gleich 10 Hühner anschaffen. Wenn die Beeinträchtigung durch ein Tier das nach den örtlichen Verhältnissen gewöhnliche Maß überschreitet (etwa durch Lärm oder Geruch), kann das im Falle eines Verfahrens vom Gericht untersagt werden. Zunächst wird man es aber meistens mit der Behörde zu tun bekommen. Dasselbe gilt für Hundegebell.

Einige laufende Katzen sind von allen Nachbarn jedoch zu tolerieren. Dies ergibt sich aus der sogenannten gegenseitigen Rücksichtnahmepflicht. Danach soll sich jeder so verhalten, dass ein Miteinander möglich ist. Wie groß die Anzahl der Katzen sein kann, hängt vom Einzelfall ab. Die Duldungspflicht endet jedoch dann, wenn diese dem Nachbarn nicht mehr zugemutet werden kann, wenn also beispielsweise eine Katze in seinem Garten die Goldfische aus dem Teich fängt. Beschädigt eine Katze oder ein Hund den Garten hat der Nachbar zu beweisen, dass es sich um genau diese Katze oder diesen Hund des Nachbarn handelt, um Schadensersatz einfordern zu können. Wie dies versicherungstechnisch abgesichert ist, erfahren Sie in unserem Blogbeitrag über Tierversicherungen.

Entsorgung von Gartenmüll

Das Verbrennen von Pflanzenschnitt und Gartenabfällen ist gemäß den Luftreinhaltegesetzen der Länder verboten. Ob und ab welcher Größe Abfälle nicht mehr in die Biotonne dürfen bzw. an Sammelstellen abgegeben werden müssen, ist Sache der jeweiligen Gemeinde.

Laub

Laub gehört in die Biotonne. Fällt Laub auf des Nachbarn Grundstück, kommt es wie bei der Lärm- und Geruchsbelästigung wieder auf das ortsübliche Maß und die Stärke der Beeinträchtigung an. Dass etwa ein Hauseigentümer wegen des Laubs vom Nachbarbaum seine Dachrinne einmal jährlich reinigen muss oder dass man fremdes Laub zur jeweiligen Jahreszeit mehrmals wegräumen muss, ist wohl normal und deshalb zu dulden.

Komposthaufen

Abfälle auf einem Komposthaufen zu lagern, kann der Nachbar unter bestimmten Voraussetzungen verbieten. Allerdings nur, wenn er dabei durch Geruch oder Ungeziefer belästigt wird. Am bloßen unschönen Anblick kann man von Gesetzes wegen aber nichts ändern. Es gibt im Gartenrecht kein Recht auf Ästhetik.

Wie ist mein Garten versichert?

Bewegliche Gegenstände wie Möbel und Geräte am Balkon, auf Terrasse oder im Garten, die bestimmungsgemäß dort belassen und verwendet werden, sind in der Regel in der Haushaltsversicherung versichert. Topf- und Gartenpflanzen sind in der Eigenheimversicherung versichert. Versicherungsschutz für wertvolle Außenanlagen wie Hochbeete, Pools, Teiche und Gartenhäuschen muss man meist extra beantragen. In der LAMIE Eigenheimversicherung gibt es solche Ausnahmen nicht.
Bei drohenden Unwettern und Stürmen sind sämtliche Gegenstände im Garten zu sichern und potentielle Schadenquellen zu beseitigen (Schadenminderungspflicht). Dasselbe gilt auch für Balkon und Terrasse.

Passend zum Thema haben wir einen weiteren interessanten Artikel für Sie: 10 relevante Versicherungstipps im Frühling und Sommer

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